Die Steuerreform ist endgültig unter Dach und Fach.

Eckpunkte des Pakets sind steuerliche Entlastungen für die Bevölkerung im Ausmaß von 5,2 Mrd. €, gleichzeitig wird aber auch der Kampf gegen Steuersünder intensiviert.

Kernstück der Steuerreform ist die Neugestaltung der Einkommensteuertarife inklusive einer erheblichen Senkung des Eingangsteuersatzes.

Statt bisher drei gibt es künftig sechs Lohnsteuerstufen. Die Steuerfreigrenze bleibt bei 11.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen.

1. Stufe

Für Einkommensteile zwischen 11.000 und 18.000 Euro gilt ein Eingangssteuersatz von 25 Prozent (derzeit 36,5).

2. Stufe

Die nächste Stufe geht bis 31.000 Euro, hier sind 35 Prozent fällig.

3. Stufe

Einkommensteile zwischen 31.000 bis 60.000 Euro werden mit 42 Prozent
besteuert

4. Stufe

Diese Stufe geht bis 90.000 und wird mit 48 Prozent versteuert

5. Stufe

Für Teile darüber gilt ein Satz von 50 Prozent.

6. Stufe

Ab einer Mio. Euro Jahresverdienst steigt der Spitzensteuersatz auf 55 Prozent, diese Abgabe wird allerdings auf fünf Jahre begrenzt eingeführt.

Zudem werden der Kinderfreibetrag sowie die Steuergutschrift für Niedrigverdiener erhöht: Für all jene, die unter der Steuerfreigrenze verdienen, wird die Negativsteuer von derzeit 110 auf maximal 400 Euro ausgeweitet. Für Familien wird der Kinderfreibetrag von 220 auf 400 Euro aufgestockt.

Erstmals profitieren auch PensionistInnen mit kleiner Rente von dieser "Negativsteuer" und erhalten eine Steuergutschrift von maximal 110 Euro.

Um Abgabenhinterziehungen zu erschweren, sind unter anderem die Einrichtung eines zentralen Kontoregisters, eine Registrierkassenpflicht für Unternehmen und erweiterte Befugnisse der Finanzbehörden bei der Einschau in Bankkonten vorgesehen. Weiters soll eine rückwirkende Meldepflicht für Banken dafür sorgen, dass jene Steuersünder ertappt werden, die in Folge der Steuerabkommen mit der Schweiz und Liechtenstein Schwarzgeld nach Österreich rücktransferiert haben.

Die Immobilien-Ertragssteuer wird von 25 auf 30 Prozent angehoben und auch bei der Grunderwerbssteuer gibt es eine Änderung, die das Erben und Schenken von Immobilien verteuern wird. Das heißt, dass künftig die Steuer auch bei der Weitergabe innerhalb der Familie nach dem Verkehrswert und nicht nach dem

dreifachen Einheitswert der Immobilie berechnet werden.

Reduziert oder gestrichen werden zahlreiche Steuerausnahmen. So werden derzeit begünstigte Mehrwertsteuersätze, wie zum Beispiel für Hotelübernachtungen, Tierfutter, Museum- und Theaterkarten oder Blumen von zehn auf 13 Prozent angehoben (tritt am 1. Mai 2016 in Kraft) und auch privat genutzte Dienstwägen werden höher versteuert.

Abschließend wird in der Gastronomie die Registrierkassenpflicht eingeführt.

Verhandelt wurde über die Steuerreform und die Begleitgesetze bis zuletzt und so wurden im Zuge der Plenarsitzungen noch zwei Abänderungsanträge eingebracht und bei der Abstimmung mitberücksichtigt. Diese regeln unter anderem die Höhe der Abschlagszahlung für mutmaßliche Steuersünder zur Vermeidung von Strafanzeigen, außerdem wurden Erleichterungen bei der Registrierkassen- und Belegspflicht vorgenommen, etwa was Automaten betrifft.